Leitmotiv 029: Über Sprechtraining, alte Wörter, Berlin, Nähen und Abschiede von Ideen – mit Maren Böhm

 

Für Folge 29 hat es mich zu einer gefühlten Prüfungssituation nach Berlin Pankow verschlagen, denn ich habe die Sprechtrainerin, Autorin und Sprecherin Maren Böhm besucht. Wir reden über ihre Arbeit und meine Erfahrungen damit, das »Orchideenfach« Sprechwissenschaft (nicht zu verwechseln mit Sprachwissenschaft), alte Wörter, die Liebe zu Berlin, Messietum/Ordnungsdefizit und Abschiede von Ideen, das Nähen mit alten Stoffen, Bücher und zuletzt nehme ich mir fest vor, endlich »Berlin Weißensee« zu sehen.

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Shownotes

Diesmal mit dabei:
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avatar Maren Böhm

3 Gedanken zu „Leitmotiv 029: Über Sprechtraining, alte Wörter, Berlin, Nähen und Abschiede von Ideen – mit Maren Böhm

  1. Hallo Caspar,
    wieder eine interessante Gästin. Warum immer nur weiblich, habe ich noch nicht verstanden.

    Bitte erzähle nicht jedem Gast Deine Vergangenheit, weil sonst jeder Hörer jedesmal Deine Vergangenheit hört.

    Leider kam Deine Gästin diesmal zu kurz. Wie verläuft nun die Arbeit mit Kinderrn? Wie gestaltet sich die Arbeit als Coach? … Wurden diese Fragen zentralen Fragen und andere beantwortet?

    Sprache? Bitte zähle selbst einmal nach, wie oft Du das Wort “spannend” verwendest. Wenn man bei jüngeren Menschen Worte wie ‘spannend’, ‘irgendwie’, ‘sozusagen’, ‘quasi’, ‘eben’, ‘halt’ abzieht, bleibt beinahe der Eindruck der Sprachlosigkeit zurück. Halt moderne Zeiten eben 🙂

    Herzliche Grüße
    Gerald

    • Hallo Gerald,

      danke für Deine Rückmeldung. Lass mich kurz auf die einzelnen Punkte antworten:

      Die Frage, ob ich in den Gesprächen von mir selbst erzähle, habe ich schon oft überdacht. Mir wurde schon von einigen Viel-HörerInnen angetragen, dass sich das wiederholt. Das stimmt und ich kann verstehen, dass gelegentlich langweilt. Jedoch ist Leitmotiv explizit kein Interview sondern eben ein Gespräch. Ich habe lustigerweise genau diesen Punkt auch mit Maren diskutiert und bin selbst zu dem Schluss gekommen, dass ich das ändern kann, aber dann ist es kein Gespräch mehr. Das Format soll einladen, sich als stiller Gast zu einem Gespräch dazuzusetzen. Meine Gästinnen kennen meine Geschichte(n) in der Regel nicht. Ich müsste sie mir im Verlauf eines normalen Gesprächs aber explizit verkneifen, um die ZuhörerInnen nicht zu langweilen. Gelegentlich schneide ich daher ein paar Minuten raus. Diesmal habe ich mir vorgenommen, ein komplettes Gespräch abzuliefern und das ist das Ergebnis. Alternativ hätte ich bestimmt fünf bis sieben Minuten rausgenommen, was die Folge etwas griffiger aber weniger authentisch gemacht hätte.

      Zur Sprache: Ja, das Wort spannend. Wenn Du wüsstest, wie sehr es mir auf die Nerven geht, es mich beim Durchhören ständig sagen zu hören. Wenn ich schneide, bessere ich da manchmal nach, diesmal eben nicht. Es ist tatsächlich schwierig, sich solche Marotten abzugewöhnen, aber deswegen gehe ich auf Menschen wie Maren zu, um solche Probleme zu erkennen und daran zu arbeiten. Es wird jedoch dauern. Ich freue mich aber, wenn meine HörerInnen hier einen Anspruch haben, den sie sonst an professionelle ProduzentInnen stellen würden. Das heißt, sie nehmen meinen Podcast ernst.

      Warum ich nur Gästinnen einlade? Es hat sich so ergeben. Es gibt viele viele Podcasts und rein numerisch sind in den meisten Männer als Gasteber und Gäste stark in der Überzahl. Wenn ich nur Männer im Podcast hätte, würde kaum jemand fragen, warum das so ist. Nun muss ich öfters die Frage beantworten, warum ich nur Gästinnen habe. Solange das so bleibt, ist schon allein das Grund, es so zu behalten. Aber wer weiß, was in Zukunft passiert.

      Nicht ganz akzeptieren kann ich den Einwand, ich hätte zentrale Fragen nicht beantwortet bzw. da nicht nachgefragt. Leitmotiv ist ein Gespräch, es ist auf anderthalb Stunden begrenzt und es bleiben immer sehr viele Fragen offen. Ich ärgere mich zum Beispiel, nicht noch über das Einsprechen eines ganzen Wörterbuches geredet zu haben – was für ein spannendes (da haben wir es wieder) Thema! Im Mittelpunkt steht die Gästin und die Situation, in der wir gerade sprechen.

      Ich hoffe, ich konnte einige Deiner Fragen beantworten oder Einwände erklären und hoffe, Du hast auch weiterhin Spaß mit Leitmotiv.

      Grüße,

      Leitmedium/Caspar.

  2. Was für ein schöner Start ins Jahr! Das Gespräch war durch eure beiden sehr angenehmen Stimmen eine unglaublich sinnliche Erfahrung … dahinschmelz.

    Ich verstehe nicht so recht warum du so selbstkritisch bist. Die Sendungen finde ich alle gut bis sehr gut. Mir fällt nur bei “Picknick” manchmal auf, das du etwas zu höflich und zurückhaltend bist. Aber mach ruhig das Training weiter – evl. merkt man irgendwann doch einen Unterschied.

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