Leitmotiv 017: Über Bücher schreiben, Umgang mit Hate Speech, Binge Watching und Karaoke-Therapie – mit Anne Wizorek

 

Für Folge 17 von Leitmotiv hat mich Anne Wizorek (@marthadear) in meiner Küche besucht. Anne hat gerade das Buch Weil ein #aufschrei nicht reicht. Für einen Feminismus von heute veröffentlicht und arbeitet als selbstständige Beraterin für digitale Medien. Wir reden über Bücher schreiben, Dichtung und Wahrheit in sozialen Medien, Vergleiche in Vergleichender Literaturwissenschaft, Umgang mit Hate Speech, Serien-Binge-Watching und Karaoke. Und nach der Aufzeichnung wusste ich endlich, dass “Wizorek” nicht “Witschorek” ausgesprochen wird. Besser spät als nie.

Shownotes:

Diesmal mit dabei:
avatar Caspar Clemens Mierau Paypal.me Icon
avatar Anne Wizorek

6 Gedanken zu „Leitmotiv 017: Über Bücher schreiben, Umgang mit Hate Speech, Binge Watching und Karaoke-Therapie – mit Anne Wizorek

  1. Diese Todesnachrichten/Nachrufe funktionieren auf FB dann gut, wenn sie positiv formuliert sind, also das Leben der Verstorbenen irgendwie feiern und ehren. Dann trauen sich die Leute zu liken. Nur ist man natürlich nicht immer in der passenden Stimmung, die Nachricht so zu erleben und senden.

  2. Hi,
    sag mal, kann man die Folge irgendwie herunterladen? Ich höre Podcasts bevorzugt beim Joggen und da wäre ein Download absolut super.
    Bye

    Martin

  3. Hi;

    ich verfolge Deinen Podcast seit einer Weile recht inspiriert, liege manchmal gedanklich über Kreuz mit Deinen Statements, allerdings bislang noch nicht so heftig wie hier. 😉

    Klarer Punkt Hatespeech vs. “Technologie”: Nein, ich will Hatespeech weder verharmlosen noch klein- oder wegreden. Nur, mit Verlaub, finde ich Deinen Umgang mit der Aussage, daß Hatespeech ein soziales Problem ist, etwas “unglücklich”. Ja, Du hast recht, es ist ein Problem und es bedarf einer Lösung. Aber es *ist* eben ein Problem, das mutmaßlich auf einer Ebene außerhalb von Technologie, Netzwerken oder Social Media gelöst werden muß. Bei Deiner bzw. Eurer Argumentation hier im Verlauf (auch der Idee, daß Netzpolitik “irrelevant” werden würde, weil es solche Themen nicht löst) bekomme ich richtiggehend Angst. Der Schritt ist gefühlt nicht weit zu dem Ansatz, Befürworter von Pressefreiheit wegzudiskutieren mit der Argumentation, sie mögen sich doch bitte erstmal mit dem Problem auseinandersetzen, daß Pressefreiheit mißbraucht wird. Der Schritt ist auch nicht weit weg von dem Ansatz, anlaßlose Überwachung (ganz gleich ob on- oder offline) als legitim zu verargumentieren, so lang die Gegner solcher Maßnahmen keine Lösungen für Probleme wie Terrorismus oder schwere, organisierte Kriminalität haben. Versteh’ mich nicht falsch – ich will, wie gesagt, das Problem nicht kleinreden, und mit Sicherheit gibt es an vielen Stellen auch bei “Techies” Probleme in der Wahrnehmung sozialer Folgen des Einsatzes von Technologie (siehe Technikfolgenabschätzung). Dort machen es sich viele gefühlt zu leicht mit der Aussage, daß die Folgen von Technologie das Problem “eines anderen” seien. Indes macht Ihr es Euch im Verlauf der Unterhaltung hier auch zu leicht. Der Umstand, daß Freiheit eines Mediums mißbraucht werden kann, sollte uns _trotzdem_ nicht davon abhalten, diese Freiheiten schützen zu wollen. Gleiches gilt für die bidirektionale Kommunikation: Die Aussage, daß Ihr in Teilen Content in die Welt bringt, ohne Reaktionen darauf zur Kenntnis zu nehmen, betrübt ein wenig. Damit verfällt das “Internet” vom “sozialen Netzwerk” (falls es das jemals war) zu einem reinen unidirektionalen Medium wie TV, Radio, Presse. Damit wird das WWW ein “write-only-web”, in dem es eigentlich keinen Sinn hat, sich weitergehend mit Themen zu befassen, weil es zwar “Content”, aber nie Diskussion dazu geben wird. Ich hoffe nicht, daß das um sich greift…

    Trotzdem: Im Großen und Ganzen weiter so. 🙂
    Cheers,
    Kristian

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